GEFILMTES

 

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Wir möchten mit der Kulturarbeit von reso.media einen Beitrag dazu leisten,
die Bewegung des Anarcho-Syndikalismus und des kommunistischen Anarchismus zu unterstützen.
Dies setzen wir unter anderem mit Filmveranstaltungen
und anarchistischen Infotischen im Solizentrum in Lübeck um.
Der Anarcho-Syndikalismus bildet dabei einen Schwerpunkt, aber wir
zeigen auch, was die antiautoritäre radikale Linke im Allgemeinen hervorgebracht hat
und weiterhin vielfältig hervorbringt.


Am 1. März 2023 zeigen wir im Rahmen
unserer anarchistischen Filmreihe die Dokumentation

Kein Gott, kein Herr!
Eine kleine Geschichte der Anarchie ist ein Dokumentarfilm
von Tancrède Ramonet,
der sich mit der Ereignisgeschichte des Anarchismus beschäftigt.

Tancrède Ramonets Film stützt sich ausschließlich auf Archivdokumente und Interviews mit Historiker*innen und weiteren Expert*innen und beschreibt die anarchistische Geschichte als Ereignisgeschichte vom Beginn an bis zum Zweiten Weltkrieg.
Dabei nutzt er ausschließlich Originalaufnahmen, etwa von der mexikanischen Revolution und dem Spanischen Bürgerkrieg, und Abbildungen von zeitgenössischen Originaldokumenten.
Der Film beschränkt sich nicht auf Europa und die üblicherweise im Fokus stehenden geschichtlichen Ereignisse, sondern bezieht die Entwicklungen in der gesamten Welt ein.

 

Nach dem Film wird es wieder die Möglichkeit zum Austausch und einen großen anarchistischen Infotisch geben.


Spanien 2014, 120 min, Regie: Antonio J. García de Quirós Rodríguez, (OmU), FSK: O

„Wir sind es …, die all diese Paläste und Städte gebaut haben,
in Spanien, in Amerika und überall auf der Welt.
Wir, die Arbeiter, können neue an ihre Stelle setzen. Neue und bessere.
Wir fürchten die Trümmer nicht. Die Erde wird unser Erbe sein,
daran gibt es nicht den geringsten Zweifel.
Soll die Bourgeoisie ihre Welt in Stücke sprengen,
bevor sie von der Bühne der Geschichte abtritt.
Wir tragen eine neue Welt in uns,
und diese Welt wächst mit jedem Augenblick heran.
Sie wächst während ich mit Ihnen rede.“
Buenaventura Durruti, 1936

Die spanische Confederación Nacional del Trabajo, die CNT, ist eine legendäre Gewerkschaft. Während des Spanischen Bürgerkriegs war sie die Speerspitze gegen den faschistischen Putsch General Francos und gleichzeitig der Motor einer Sozialen Revolution, die zumindest für kurze Zeit zeigte, dass eine menschliche Gesellschaft möglich ist. Bereits in den Jahren zuvor erkämpfte sie Rechte, die in Zeiten des Neoliberalismus wieder utopisch scheinen. Und trotz Niederlage und Repression gibt es sie immer noch.


MEMORIA VIVA erzählt die über hundertjährige Geschichte dieser anarchosyndikalistischen Gewerkschaft aus der Sicht ihrer Protagonisten – einfachen Arbeitern und Arbeiterinnen. Mit ihnen erleben wir ihre Geschichte, ihre Kämpfe, ihre Hoffnungen und Erwartungen. Eine Reise in die Utopie derjenigen, die eine neue Welt in ihren Herzen tragen.

Nach dem Film wird es wieder die Möglichkeit zum Austausch und einen großen anarchistischen Infotisch geben.


Am 7.12.2022 zeigen wir im Rahmen unserer anarchistischen Filmreihe die Dokumentation „Economia Collectiva“.

Der Dokumentarfilm gibt einen tiefen Einblick in ein weitgehend vergessenes, aber nach wie vor inspirierendes Ereignis der jüngeren Geschichte: Die selbstbestimmte Kollektivierung von 80% der katalanischen Wirtschaft zwischen 1936 und 1939.
Auf den faschistischen Putsch General Francos im Juli 1936 antworteten die Arbeiter*innen Kataloniens mit einer sozialen Revolution. Die Besitzlosen und ausgebeuteten Arbeiter*innen, zum Großteil Anarchosyndikalist*innen, organisierten die Wirtschaft neu, selbstorganisiert und erschufen ein bis dato nie gesehenes soziales Sicherungssystem. Eine der radikalsten sozial-ökonomischen Umbrüche im 20. Jahrhundert. Europas letzte Revolution.
Für besonders dabei halten wir den Aspekt, dass die kollektivierten Betriebe nicht nur neu und dezentral organisiert worden sind, sondern dass zwischen diesen Betrieben die Kooperation Aller die ehemalige Konkurrenz der kapitalistischen Ökonomie ersetzte.
Ein Sozialismus von unten begann, Wirklichkeit zu werden, die anarchistische Utopie des „freiheitlichen Kommunismus“, des „comunismo libertario“ nahm, mit allen Schwierigkeiten, konkretere Form an.

„ (…) Die erste und wichtigste Aufgabe bestand jetzt in der Versorgung der Millionenstadt mit Lebensmitteln. Diese Aufgabe übernahm die Gewerkschaft der Nahrungsmittelindustrie.


Vierzehn Tage lebte man in Barcelona ohne Geld. Die Bevölkerung wurde in öffentlichen Speisehallen von den Gewerkschaften gratis ausgespeist. Die Gewerkschaft der Lebensmittelindustrie kaufte die erforderlichen Lebensmittel ein und bezahlte mit Gutscheinen, die später vom antifaschistischen Milizkomitee eingelöst wurden. Laut Beschluß des Milizkomitees wurden die Streiktage als Arbeitstage bezahlt.
Die Kollektivierung der Betriebe war der erste Schritt zur Sozialisierung der Wirtschaft. Der zweite Schritt bestand in der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sämtlicher Betriebe innerhalb der Industriegewerkschaft. Die Gewerkschaften verwandelten sich in sozialisierte Industriekartelle.
Diese Neuordnung wirkte belebend auf die Wirtschaft. Die Kleingewerbetreibenden schlossen sich dem gewerkschaftlichen Produktionsverband an, wodurch sie vieler Sorgen enthoben waren. Sie hatten dadurch ein sicheres Einkommen. Unrentable Unternehmungen wurden niedergelegt oder mit anderen zusammengeschlossen. Es vollzog sich eine Rationalisierung der Wirtschaft nach sozialistischen Gesichtspunkten. (…)“

„ (…) Die Übernahme der großen Industrieunternehmungen vollzog sich mit erstaunenswerter Leichtigkeit ohne Produktionsstörungen. Es erwies sich mit aller wünschenswerten Deutlichkeit, dass weder die Aktienbesitzer noch die hoch bezahlten Direktoren oder Aufsichtsräte etc. für den guten Gang eines modernen Wirtschaftsunternehmens erforderlich sind. Arbeiter und Angestellte können das komplizierte Räderwerk der modernen Industrie selbständig im Gange erhalten. Die Beispiele hierfür sind zahlreich. (…)“

„ (…) Die Initiative zu diesen Arbeiten ging von den syndikalistischen Arbeitern aus. Keine hoch bezahlten Funktionäre gaben Order. Es gab keine Aufsicht von außen. Die Arbeiter wählten sich selbst ihre technischen und organisatorischen Leiter. Mehr war nicht erforderlich. Alles andere entsprang dem guten Willen zur Zusammenarbeit und der Initiative im Produktionsprozeß. (…)“

„ (…) Ausländische Besucher haben sich oft darüber gewundert, dass die Übernahme der Betriebe ohne Störungen vor sich gegangen ist. Das Geheimnis für den glänzenden Erfolg der Kollektivierung liegt zum großen Teil in der systematischen Vorbereitung der Syndikalisten auf diese soziale Revolution. (…)“

„ (…) Nach einigen Monaten Kollektivierung war die Textilindustrie Kataloniens auf einem höheren Stand als vorher. Hierin lag ein schlagender Beweis dafür, dass der Sozialismus von unten die Initiative nicht tötet. Die Gier zur Bereicherung ist nicht die einzige Triebkraft im menschlichen Handeln.“ (…)“

Aus: Augustin Souchy – „Die Kollektivierung in Katalonien“ Ein Augenzeugenbericht eines deutschen Anarchosyndikalisten | Gesamter Text: www.anarchismus.at

Nach dem Film wird es wieder die Möglichkeit zum Austausch und einen großen anarchistischen Infotisch geben.


Im Rahmen unserer anarchistischen Filmreihe zeigen wir am 29.10.2022 um 19 Uhr im Veranstaltungsraum des Solizentrums in Lübeck die Dokumentation „Vivir la Utopia – der Anarchismus in Spanien“

„Die Utopie leben – der Anarchismus in Spanien“ (im Original Vivir la utopía: El anarquismo en España), ist eine im Jahr 1997 unter der Regie von Juan Gamero für den Sender TVE produzierte Dokumentation. Das Werk beschäftigt sich mit der spanischen anarchistischen/anarcho-syndikalistischen Bewegung ab 1840, während der sozialen Revolution in Spanien 1936 und während des Spanischen Bürgerkrieges im Zeitraum von 1936–1939, des Widerstands gegen den Franco-Faschismus.
Die Dokumentation geht ausführlich auf den Bereich des Alltagslebens und die kollektive und selbstorganisierte Selbstverwaltung ein und versucht, die radikalen und fortschrittlichen Veränderungen aufzuzeigen, die sich in diesen Jahren ergaben.
Die anarchistische Basisgewerkschaft CNT (Confederation National del Trabajo), als wichtige Kraft ganz in der Tradition des Anarcho-Syndikalismus stehend, hatte zu dieser Zeit über 1,5 Millionen Mitglieder und war in Spanien einer der bedeutendsten Organisationen.
Die anarcho-syndikalistische Bewegung und ihre Basisgewerkschaft konnte als Massenbewegung vor allem in Katalonien eine soziale Revolution erkämpfen, welche große Fortschritte durchsetzen konnte. Die anarchistische Utopie des „comunismo libertario“ – des freiheitlichen Kommunismus, nahm konkrete Gestalt an.


Die meisten Betriebe und auch die Landwirtschaft wurden kollektiviert, umstrukturiert, dezentralisiert und in Arbeiter*innenselbstverwaltung überführt – Kooperation und Solidarität zwischen den Kollektivbetrieben ersetzte die ehemalige Konkurrenz der kapitalistischen Ökonomie. Es bildeten sich Kommunen und es wurde nun den tatsächlichen Bedürfnissen entsprechend produziert, nicht, um Profite für wenige zu erwirtschaften.
Da das Produzierte und die Betriebe nun Allen gehörten, konnten die Arbeiter*innen die nun als Gebrauchsgüter statt als Waren produzierten Güter gerecht so verteilen, dass Jede und Jeder das erhielt, was sie oder er zum Leben brauchten.
Vielerorts wurde das Geld abgeschafft, es war für die Bedürfnisproduktion und Verteilung nicht mehr nötig.
Armut verschwand innerhalb kurzer Zeit, die Arbeiter*innen begannen, sich selbst zu bilden, es entstanden freie, antiautoritäre Schulen, vielfältige Zeitungsprojekte, libertäre Zentren und Kulturvereine. Es entstand mit den „Mujeres Libres“ (Freie Frauen) innerhalb der anarchistischen Bewegung eine feministisch-klassenkämpferische Vereinigung, welche gegen die damalige Männerdominanz auch innerhalb der anarcho-syndikalistischen Bewegung ankämpfte.
Die Konflikte innerhalb der antimilitaristisch eingestellten selbstorganisierten anarchistischen Milizen werden dargestellt. Da die kommunistische Partei Spaniens an Macht gewann, konnte sie eine zentralistische Militarisierung des Kampfes gegen den Faschismus durchsetzen – gegen den Widerstand der anarchistischen Milizen wurde eine hierarchische Struktur eingeführt, welche den kämpfenden Anarchist*innen zuwider war.
Der Film besteht in erster Linie aus Interviews mit dreißig Anarchist*innen, die von ihren Erfahrungen in dieser Zeit berichten, wobei die einzelnen Interviews durch kurze Filmsequenzen, in der Regel Material aus der Zeit der sozialen Revolution und des Bürgerkrieges, voneinander getrennt werden.
Die Dokumentation weist auf die konstruktive Rolle der Anarchist*innen bei der Organisation des Widerstandes gegen den Franco-Faschismus hin, welcher aber letztendlich, auch durch den Verrat der spanischen, stalintreuen kommunistischen Partei an den Errungenschaften der sozialen Revolution, scheiterte.
Wir halten diese Dokumentation für eine der Besten zu diesem Thema.

Es wird wieder einen Infotisch geben. Im Anschluss an den Film besteht Möglichkeit, sich auszutauschen.


Ein Dokumentarfilm von Luis E. Herrero, Spanien 2018, 80 min, HD, Spanisch/Katalanisch mit deutschen Untertiteln, FSK: noch offen

1975 starb Europas letzter faschistischer Diktator: Francisco Franco. Sein Tod machte in Spanien den Weg frei für eine aufbegehrende Jugend, die vieles nachzuholen hatte. Aber auch die exilierten Kämpfer*innen aus dem Spanischen Bürgerkrieg kehrten zurück. In dieser Phase der sogenannten Transición, dem Übergang von der Diktatur zur bürgerlichen Demokratie, schien alles möglich – selbst der Traum, die Revolution von 1936 zu beenden. Der Film legt den Fokus auf Francos erbittertste Gegner*innen: die Anarchist*innen und Syndikalist*innen. Ihre Organisation, die Gewerkschaft Confederación Nacional del Trabajo (CNT), bis zum Sieg Francos ein entscheidender Faktor in der spanischen Gesellschaft, erlebte eine Renaissance. In nur zwei Jahren wurde aus einer klandestinen Untergrund-Organisation wieder eine Massen-
bewegung. Sie organisierte Versammlungen mit hunderttausenden Teilnehmer*innen, Libertäre Tage, Streiks und Widerstand gegen den neuen liberalen Kapitalismus. Schnell zerrieb sich dieser Aufbruch allerdings nicht nur in internen Konflikten, sondern wurde auch massiv durch geheimdienstliche Interventionen sabotiert. »El Entusiasmo« ist auch die Geschichte einer Niederlage.

 

 

 

 
 

 

 

 

 

 

 


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